Reiden Magazin Februar 2022

Reiden Magazin Februar 2022

«Nachhaltig Reiden» – ein Projekt für die Zukunft

Mit Hirn und Herz für die Natur
Gehören Sie auch zu den Konsumenten die #mitHirngekauft mögen? Wir von Nachhaltig Reiden schon und wir lieben auch Eichhörnchen. Beides hat mit unseren Projekten zu tun, für die wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit ins Boot holen möchten.

…hier lesen Sie den ganzen Bericht.


Willisauer Bote 20220204

Willisauer Bote vom 4. Februar 2022

Zwei Eichhörnchen sollen in aller Munde kommen: Nussi und Knacker sind die beiden Hauptprotagonisten eines Nachhaltigkeitsprojekts, welches Ladengruppen-Mitglieder und der Verein NaturReiden in diesen Tagen starten. Sie wissen bereits jetzt das halbe Dorf hinter sich.

…hier lesen Sie mehr.


Nachhaltig Reiden

Nachhaltig Reiden

Aus einer kleinen Idee der Ladengruppe wuchs etwas heran, dass nun gross rauskommen soll – das Projekt Nachhaltig Reiden.

Das OK setzt sich aus acht Personen zusammen. Sieben Vertreter*innen des Gewerbevereins Reiden und Umgebung (zwei davon sind Mitglied von NaturReiden) und dem Präsidenten von NaturReiden.

Was die Reider Bevölkerung erwartet, was das OK bewirken will, welches Projektziel angepeilt wird, kann hier beim offiziellen medialen Projektstart am 04.02.2022 nachgelesen werden:

Bericht Willisauer Bote

Reiden Magazin

Besuche die neue Webseite von Nachhaltig Reiden!
Hier erwärmt eine wunderbare Kindergeschichte. Das Maskottchen Nussi begleitet durch das ganze Projekt. Es gibt viele Events verteilt aufs ganze Jahr. Das Gewerbe zeigt seine nachhaltige Seite. Mit dem Crowdfunding wird Geld gesammelt für das Projektziel.

Wir danken allen Spender*innen!

Neophyten-Bekämpfung 2021

Neophyten-Bekämpfung 2021

Die aus Vereinsmitgliedern zusammengesetzte Arbeitsgruppe „AG Neophyten“ startete im November 2020 mit den Vorbereitungen für die Neophyten-Bekämpfung 2021.

Wie angekündigt, will sich der Verein NaturReiden der Neophyten-Problematik annehmen und die Bevölkerung sensibilisieren.

Geplant war im Frühling eine Info-Veranstaltung für die Bevölkerung, die wegen Corona erst verschoben und beim zweiten Anlauf abgesagt werden musste.

Darauffolgend wäre eine Praxisausbildung angeboten worden für Personen aus der Gemeinde, die im Bereich der Neophyten-Bekämpfung aktiv sind oder werden. Diese Schulung fand ebenso nicht statt.

Stattdessen engagierte sich die AG Neophyten dafür, dass die Bevölkerung aus Reiden und Wikon auch von der Möglichkeit Gebrauch machen konnte, die entnommenen Neophyten kostenlos mit orangen Neophytensäcken zu entsorgen.

Da die beiden Gemeinden – als einzige im Kanton – nicht bei den Luzerner Abfallverbänden angeschlossen sind, hätten sie nicht vom Pilotprojekt des Kantons profitieren können.

Die Luzerner Abfallverbände sicherten die Zustellung der Säcke spontan zu.

Ebenfalls auf Anfrage von NaturReiden hat sich die ERZOin verdankenswerter Weise bereiterklärt, die orangen Neophytensäcke aus Reiden und Wikon anzunehmen. 

Die Gemeinden sagten zu, die Mehrkosten für den zusätzlichen Kehricht zu übernehmen.

Somit konnte die Bevölkerung die Neophytensäcke auf den Gemeindeverwaltungen abholen und die Neophyten daringratis entsorgen.

Es waren einige Familien und eine Schulklasse unterwegs, um Neophyten zu entfernen. Auch mehrere Landwirte haben Neophytensäcke bei uns bezogen und die Neophyten fachgerecht entsorgt. Dennoch müssen wir bei diesem Thema «Dran bleiben» und weiter die Werbetrommel rühren. (M. Winiger – Gemeindeschreiberin Wikon, 2022)

Die Abgabe der Neophytensäcke in der Gemeinde Reiden fand bei den Einwohnern guten Anklang. Mit rund 200 herausgegebenen Säcken war die Bevölkerung für dieses Projekt motiviert, was mit einem positiven Feedback bestätigt wurde. (M. Birrer – Bau & Infrastruktur Reiden, 2022)

Es ist sehr erfreulich, dass die Bevölkerung von der Möglichkeit Gebrauch machte und fleissig Neophyten entsorgte.

Damit die Einwohner aufgeklärt werden konnten über die problematischsten Neophyten, kreierte NaturReiden ein Infoblatt welches in alle Reider Haushalte versendet wurde. Vielen Dank an die Gemeinde Reiden für die Übernahme der Druck- und Versandkosten.

In Wikon wurden die Infoblätter angeschlagen und abgegeben. Vielen Dank an die Gemeinde Wikon fürs Verbreiten der Informationen.

Die AG Neophyten hatte beschlossen primär das Einzugsgebiet des Naturschutzgebiets Weihermatte freizuhalten von invasiven Neophyten. Die Weihermatte selber davon freizuhalten, ist bereits per Pflegeplan Aufgabe des Vereins, sowie des Bewirtschafters. 

Ziel ist es, von der Weihermatte hinauf bis in den Wald im Chli Sertel und Gross Sertel die Bestände des Drüsigen Springkrauts, des Einjährigen Berufkrauts und derAmerikanischen Goldruten im unmittelbaren Bereich des Baches und entlang den Wegen möglichst stark zu dezimieren. Hier ist das Potenzial der Weiterverbreitung am grössten.  

Ende Mai verschaffte sich die AG Neophyten mit der ersten Bekämpfungsaktion einen Überblick im Gebiet.

Bereits im 2020 waren die Protagonisten hier aktiv und befreiten den Sertelbach vom Drüsigen Springkraut bis zum Waldeingang Sertel und rund 500 m weiter entlang des Waldweges. Der Tatendrang im 2020 wirkte sich erfreulicherweise bereits aus. So kamen im späten Frühling 2021 viel weniger, des aus dem Himalaya stammenden Krauts auf.

Das Einjährige Berufkraut, von dem Ende Mai die Blattrosetten sichtbar waren, deutete indes auf mindestens dasselbe Vorkommen hin, wie im Vorjahr. Eine noch überschaubare Population der Amerikanischen Goldrute im Chli Sertel wurde neu ins Visier genommen. Dieser möchte man den Garaus machen, bevor sie sich weiter verbreitet.

Ab nun wurden bis in den Oktober regelmässig Bekämpfungsaktionen organisiert. Im Juni machte sich die AG Neophyten gleich selber nochmals nützlich in der Weihermatte und im Chli Sertel. 

Danach folgten fünf grössere Aktionen, für welche der Werkdienst im Chli Sertel jeweils eine Mulde hinstellte, worin die ausgerissenen oder ausgestochenen Pflanzen direkt entsorgt werden konnten. 

Im Juli wirkten Interessierte aus der Bevölkerung tatkräftig mit. Im August leistete die Pfadi Reiden mit topmotiviertem Einsatz ihren Beitrag zur Eindämmung des Drüsigen Springkrauts und des Einjährigen Berufkrauts. Im Spätsommer waren drei Schulklassen im Chli und Gross Sertel mit Krautstecher und Schäufelchen unterwegs. Nach dem tollen Einsatz von zwei 6. Primarklassen aus Reiden, unterstützte Mitte September eine 7. Klasse aus Bern, die im Pfadiheim ihr Lager verbrachte, die Neophyten-Aktion.

Ende Oktober konnte die AG Neophyten bei ihrem Schlussgang ein positives Fazit ziehen! Es zeigt sich, dass mit bereitwilligem Engagement und Beharrlichkeit den invasiven Neophyten nicht nur die Stirn geboten, sondern die Ausbreitung kontrolliert zurückgedrängt werden kann. So ist der Sertelbach vom Waldausgang bis zur Weihermatte heute nur noch mit vereinzelten Individuen des Drüsigen Springkrauts besiedelt, was auch der anwohnende Landwirt feststellte. 

Sich nun auszuruhen, wäre aber der falsche Rat. Es braucht weiterhin den Einsatz von freiwilligen motivierten Helfer, damit die einheimische Flora nicht von fremden invasiven Arten verdrängt wird!

NaturReiden war hauptsächlich im Sertel aktiv – aber nicht nur.

In Langnau wurde das Brückenkopfbord bei der ARA von Berufkäutern befreit. 

In Richenthal wurde an zwei Stellen das Einjährige Berufkraut mehrmals während des Sommers dezimiert. Die eine Stelle betrifft eine grössere Überbauung, wo vereinzelt zudem auch das fürs Vieh schädliche Jakobs-Greiskraut entfernt wurde. Bei der anderen Stelle handelt es sich um eine Waldstrasse, die eingesäumt ist mit Einjährigem Berufkraut. Hier wird erprobt, wie sich die mehrfache Bekämpfung auf die Population im nächsten Jahr auswirken wird. Die Bekämpfung dieses nordamerikanischen Einwanderers ist sehr mühselig. Die Pflanze muss mit Wurzeln entfernt werden, ansonsten wird sie mehrjährig. Da wird sich zeigen, welcher Einsatz nötig ist, um diese weissblühenden Pflänzchen in Schach zu halten.

NaturReiden dankt allen freiwilligen Helfer*innen für die tatkräftige und motivierte Unterstützung während total 300 (!) geleisteten Stunden mit Ausreissen, Ausstechen und Ausgraben der invasiven Neophyten!


NaturSchule Reiden

NaturSchule Reiden

NaturReiden und die Schule Reiden verstärken die Zusammenarbeit.

Im Schuljahr 2021/22 bietet NaturReiden diverse Erlebnisse an, die von Lehrpersonen für ihre Klasse gebucht werden können. Das Projekt nennt sich NaturSchule Reiden.

Im ersten Jahr werden gegenseitig Erfahrungen gesammelt. Es soll sich zeigen, ob die Naturerlebnisangebote Anklang finden und wenn ja, wie diese weiter den Bedürfnissen auf beiden Seiten angepasst werden können. Es sollen auch Angebote geschafft werden, die eine Ausstrahlung über die Schule hinaus erzielen werden.

Im ersten Schuljahr stehen mind. sechs Naturerlebnisangebote zur Auswahl, die zum Teil mehrfach gebucht werden können. Die Angebote sind nach Zyklus typisiert. Das heisst, dass es solche gibt, die z.B. nur den Zyklus 2 ansprechen oder solche, die sich für alle Altersstufen eignen.

Die Lehrpersonen können die Naturerlebnisangebote auf der internen Plattform der Schule Reiden aussuchen und bei NaturReiden buchen.

Die NaturSchule Reiden vermittelt…

  • die Werte der Natur
  • wie die Natur geschützt werden kann
  • wie die Natur nachhaltig genutzt werden kann
  • welche Tiere und Pflanzen hier leben
  • wie Lebensräume erhalten, aufgewertet oder neu geschaffen werden
  • wie man sich in der Natur verhält
  • wie man mit der Natur respektvoll umgeht

Partizipationsprojekt der Oberstufe Reiden

Partizipationsprojekt der Oberstufe Reiden:
Biodiversität auf dem Schulareal

Die Schule Reiden ist auf dem Weg, das DVS-Label «Schule mit besonderem Profil» im Bereich Partizipation der Lernenden zu erwerben. Dafür leistet der Kanton Luzern einen finanziellen Beitrag, mit dem jede Klasse ein selbst gewähltes Projekt umsetzen darf.

Die Klasse Sek AB 3b hat sich dafür entschieden, etwas für die Artenvielfalt auf dem Schulareal zu tun und eine bunte Hecke aus einheimischen Gehölzen anzulegen. Fachlich wurden wir durch Markus Bieri vom Verein NaturReiden beraten. Zudem ist das Projekt Teil der Aktion “Heckentag Schweiz 2021”.

Im Vorfeld der Pflanzaktion musste einiges an Vorarbeit erledigt werden: So entdeckten wir bei der Begehung des Areals unzählige Pflanzen des einjährigen Berufkrauts. Das ist ein invasiver Neophyt, der die einheimischen Wiesenkräuter verdrängt. Unter grossen Einsatz entfernten die Schülerinnen und Schüler das Kraut im Juni 2021. Das zeigt Wirkung: Im Nachgang wurden nur noch ganz vereinzelte Exemplare gefunden. Top Arbeit!

Am 29.10.2021 fand die grosse Pflanzaktion statt: Die Jugendlichen durften in Gruppen ihre selbst ausgewählten Sträucher setzen. 30 Sträucher beleben nun die Wiese rund um den Schulgarten – noch klein, aber das wird sich ändern. Nun können die Pflanzen vor dem Winter anwachsen, bevor sie im Frühling hoffentlich fleissig austreiben. Die Klasse hat damit wertvollen Lebensraum für Vögel und Insekten geschaffen und darf mit Stolz auf die geleistete Arbeit zurückblicken.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Markus Bieri vom Verein NaturReiden für die Expertise und die tatkräftige Mitarbeit.

Herzlichen Dank auch der Schulleitung Reiden für die wohlwollende Unterstützung unseres Projektes.

Klasse Sek AB 3b mit Caroline Wechsler