Wir nehmen Abschied

Wir nehmen Abschied
Beat Schwegler

4.1.1950 – 18.3.2022

Am Freitag 18. März ist Beat Schwegler nach schwerer Krankheit verstorben.

Beat war Vorstandsmitglied und Vizepräsident und er war Gründer unseres Vereins. Für Beat war die Gründung des Vereins einer seiner Lebensträume. Diesen Traum haben wir alle mit ihm verwirklichen können. Beat hat sehr viel Vorarbeit geleistet, damit dieser Verein entstehen konnte.

Beat war immer und überall dabei, packte da und dort an und hat dann später, als es gesundheitlich nicht mehr möglich war, vermehrt vom Schreibtisch aus den Verein unterstützt.

Beat zeigte stets eine positive Einstellung, gespickt mit Schalk und Humor. Er war immer Feuer und Flamme für die Natur und hatte ein immenses Wissen. Seine Begeisterung war grenzenlos und steckte uns alle nachhaltig an. Wenn Beat von der Natur erzählte, leuchteten seine Augen.

Beat wird uns mit seiner Kinder-Geschichte von “Nussi & Knacker” fürs Projekt Nachhaltig Reiden in den nächsten Monaten immer wieder Freude bereiten. Wir werden seine Begeisterung weitertragen, die Natur zum Leuchten bringen und positiv in die Zukunft schauen – genau in seinem Sinne.

Wir danken Beat vielmals für seine grossartigen Leistungen für den Verein, die Natur, sowie dem sozialen Zusammenleben.

Markus Bieri


Neophyten-Bekämpfung 2021

Neophyten-Bekämpfung 2021

Die aus Vereinsmitgliedern zusammengesetzte Arbeitsgruppe „AG Neophyten“ startete im November 2020 mit den Vorbereitungen für die Neophyten-Bekämpfung 2021.

Wie angekündigt, will sich der Verein NaturReiden der Neophyten-Problematik annehmen und die Bevölkerung sensibilisieren.

Geplant war im Frühling eine Info-Veranstaltung für die Bevölkerung, die wegen Corona erst verschoben und beim zweiten Anlauf abgesagt werden musste.

Darauffolgend wäre eine Praxisausbildung angeboten worden für Personen aus der Gemeinde, die im Bereich der Neophyten-Bekämpfung aktiv sind oder werden. Diese Schulung fand ebenso nicht statt.

Stattdessen engagierte sich die AG Neophyten dafür, dass die Bevölkerung aus Reiden und Wikon auch von der Möglichkeit Gebrauch machen konnte, die entnommenen Neophyten kostenlos mit orangen Neophytensäcken zu entsorgen.

Da die beiden Gemeinden – als einzige im Kanton – nicht bei den Luzerner Abfallverbänden angeschlossen sind, hätten sie nicht vom Pilotprojekt des Kantons profitieren können.

Die Luzerner Abfallverbände sicherten die Zustellung der Säcke spontan zu.

Ebenfalls auf Anfrage von NaturReiden hat sich die ERZOin verdankenswerter Weise bereiterklärt, die orangen Neophytensäcke aus Reiden und Wikon anzunehmen. 

Die Gemeinden sagten zu, die Mehrkosten für den zusätzlichen Kehricht zu übernehmen.

Somit konnte die Bevölkerung die Neophytensäcke auf den Gemeindeverwaltungen abholen und die Neophyten daringratis entsorgen.

Es waren einige Familien und eine Schulklasse unterwegs, um Neophyten zu entfernen. Auch mehrere Landwirte haben Neophytensäcke bei uns bezogen und die Neophyten fachgerecht entsorgt. Dennoch müssen wir bei diesem Thema «Dran bleiben» und weiter die Werbetrommel rühren. (M. Winiger – Gemeindeschreiberin Wikon, 2022)

Die Abgabe der Neophytensäcke in der Gemeinde Reiden fand bei den Einwohnern guten Anklang. Mit rund 200 herausgegebenen Säcken war die Bevölkerung für dieses Projekt motiviert, was mit einem positiven Feedback bestätigt wurde. (M. Birrer – Bau & Infrastruktur Reiden, 2022)

Es ist sehr erfreulich, dass die Bevölkerung von der Möglichkeit Gebrauch machte und fleissig Neophyten entsorgte.

Damit die Einwohner aufgeklärt werden konnten über die problematischsten Neophyten, kreierte NaturReiden ein Infoblatt welches in alle Reider Haushalte versendet wurde. Vielen Dank an die Gemeinde Reiden für die Übernahme der Druck- und Versandkosten.

In Wikon wurden die Infoblätter angeschlagen und abgegeben. Vielen Dank an die Gemeinde Wikon fürs Verbreiten der Informationen.

Die AG Neophyten hatte beschlossen primär das Einzugsgebiet des Naturschutzgebiets Weihermatte freizuhalten von invasiven Neophyten. Die Weihermatte selber davon freizuhalten, ist bereits per Pflegeplan Aufgabe des Vereins, sowie des Bewirtschafters. 

Ziel ist es, von der Weihermatte hinauf bis in den Wald im Chli Sertel und Gross Sertel die Bestände des Drüsigen Springkrauts, des Einjährigen Berufkrauts und derAmerikanischen Goldruten im unmittelbaren Bereich des Baches und entlang den Wegen möglichst stark zu dezimieren. Hier ist das Potenzial der Weiterverbreitung am grössten.  

Ende Mai verschaffte sich die AG Neophyten mit der ersten Bekämpfungsaktion einen Überblick im Gebiet.

Bereits im 2020 waren die Protagonisten hier aktiv und befreiten den Sertelbach vom Drüsigen Springkraut bis zum Waldeingang Sertel und rund 500 m weiter entlang des Waldweges. Der Tatendrang im 2020 wirkte sich erfreulicherweise bereits aus. So kamen im späten Frühling 2021 viel weniger, des aus dem Himalaya stammenden Krauts auf.

Das Einjährige Berufkraut, von dem Ende Mai die Blattrosetten sichtbar waren, deutete indes auf mindestens dasselbe Vorkommen hin, wie im Vorjahr. Eine noch überschaubare Population der Amerikanischen Goldrute im Chli Sertel wurde neu ins Visier genommen. Dieser möchte man den Garaus machen, bevor sie sich weiter verbreitet.

Ab nun wurden bis in den Oktober regelmässig Bekämpfungsaktionen organisiert. Im Juni machte sich die AG Neophyten gleich selber nochmals nützlich in der Weihermatte und im Chli Sertel. 

Danach folgten fünf grössere Aktionen, für welche der Werkdienst im Chli Sertel jeweils eine Mulde hinstellte, worin die ausgerissenen oder ausgestochenen Pflanzen direkt entsorgt werden konnten. 

Im Juli wirkten Interessierte aus der Bevölkerung tatkräftig mit. Im August leistete die Pfadi Reiden mit topmotiviertem Einsatz ihren Beitrag zur Eindämmung des Drüsigen Springkrauts und des Einjährigen Berufkrauts. Im Spätsommer waren drei Schulklassen im Chli und Gross Sertel mit Krautstecher und Schäufelchen unterwegs. Nach dem tollen Einsatz von zwei 6. Primarklassen aus Reiden, unterstützte Mitte September eine 7. Klasse aus Bern, die im Pfadiheim ihr Lager verbrachte, die Neophyten-Aktion.

Ende Oktober konnte die AG Neophyten bei ihrem Schlussgang ein positives Fazit ziehen! Es zeigt sich, dass mit bereitwilligem Engagement und Beharrlichkeit den invasiven Neophyten nicht nur die Stirn geboten, sondern die Ausbreitung kontrolliert zurückgedrängt werden kann. So ist der Sertelbach vom Waldausgang bis zur Weihermatte heute nur noch mit vereinzelten Individuen des Drüsigen Springkrauts besiedelt, was auch der anwohnende Landwirt feststellte. 

Sich nun auszuruhen, wäre aber der falsche Rat. Es braucht weiterhin den Einsatz von freiwilligen motivierten Helfer, damit die einheimische Flora nicht von fremden invasiven Arten verdrängt wird!

NaturReiden war hauptsächlich im Sertel aktiv – aber nicht nur.

In Langnau wurde das Brückenkopfbord bei der ARA von Berufkäutern befreit. 

In Richenthal wurde an zwei Stellen das Einjährige Berufkraut mehrmals während des Sommers dezimiert. Die eine Stelle betrifft eine grössere Überbauung, wo vereinzelt zudem auch das fürs Vieh schädliche Jakobs-Greiskraut entfernt wurde. Bei der anderen Stelle handelt es sich um eine Waldstrasse, die eingesäumt ist mit Einjährigem Berufkraut. Hier wird erprobt, wie sich die mehrfache Bekämpfung auf die Population im nächsten Jahr auswirken wird. Die Bekämpfung dieses nordamerikanischen Einwanderers ist sehr mühselig. Die Pflanze muss mit Wurzeln entfernt werden, ansonsten wird sie mehrjährig. Da wird sich zeigen, welcher Einsatz nötig ist, um diese weissblühenden Pflänzchen in Schach zu halten.

NaturReiden dankt allen freiwilligen Helfer*innen für die tatkräftige und motivierte Unterstützung während total 300 (!) geleisteten Stunden mit Ausreissen, Ausstechen und Ausgraben der invasiven Neophyten!


Partizipationsprojekt der Oberstufe Reiden

Partizipationsprojekt der Oberstufe Reiden:
Biodiversität auf dem Schulareal

Die Schule Reiden ist auf dem Weg, das DVS-Label «Schule mit besonderem Profil» im Bereich Partizipation der Lernenden zu erwerben. Dafür leistet der Kanton Luzern einen finanziellen Beitrag, mit dem jede Klasse ein selbst gewähltes Projekt umsetzen darf.

Die Klasse Sek AB 3b hat sich dafür entschieden, etwas für die Artenvielfalt auf dem Schulareal zu tun und eine bunte Hecke aus einheimischen Gehölzen anzulegen. Fachlich wurden wir durch Markus Bieri vom Verein NaturReiden beraten. Zudem ist das Projekt Teil der Aktion “Heckentag Schweiz 2021”.

Im Vorfeld der Pflanzaktion musste einiges an Vorarbeit erledigt werden: So entdeckten wir bei der Begehung des Areals unzählige Pflanzen des einjährigen Berufkrauts. Das ist ein invasiver Neophyt, der die einheimischen Wiesenkräuter verdrängt. Unter grossen Einsatz entfernten die Schülerinnen und Schüler das Kraut im Juni 2021. Das zeigt Wirkung: Im Nachgang wurden nur noch ganz vereinzelte Exemplare gefunden. Top Arbeit!

Am 29.10.2021 fand die grosse Pflanzaktion statt: Die Jugendlichen durften in Gruppen ihre selbst ausgewählten Sträucher setzen. 30 Sträucher beleben nun die Wiese rund um den Schulgarten – noch klein, aber das wird sich ändern. Nun können die Pflanzen vor dem Winter anwachsen, bevor sie im Frühling hoffentlich fleissig austreiben. Die Klasse hat damit wertvollen Lebensraum für Vögel und Insekten geschaffen und darf mit Stolz auf die geleistete Arbeit zurückblicken.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Markus Bieri vom Verein NaturReiden für die Expertise und die tatkräftige Mitarbeit.

Herzlichen Dank auch der Schulleitung Reiden für die wohlwollende Unterstützung unseres Projektes.

Klasse Sek AB 3b mit Caroline Wechsler


Jugendgruppe im Uffiker-Buchsermoos

Jugendgruppe im Uffiker-Buchsermoos

Die Bise liess nach und die Sonne verwöhnte uns an diesem schönen Sonntagnachmittag auf der Vogelpirsch. Zu Beginn erklärte Exkursionsleiterin Johanna Ruckstuhl den Kids und Begleitpersonen Interessantes über den Vogelzug. So weiss man erst seit 200 Jahren, dass die Vögel in den Süden ziehen im Herbst. Nicht etwa untertauchen im Wasser und zu Fischen werden oder im Boden verkriechen und zu Mäusen mutieren über den Winter, wie man noch bis in die Mitte der Neuzeit glaubte.

In zwei Gruppen aufgeteilt, die eine zuerst im Beobachtungsturm und die andere den Hecken und Schilfgürteln entlang zum grossen mittleren Weiher, hielten die 19 Vogelspäher nach gefiederten Freunden Ausschau. Auf dem Wasser war wenig Verkehr, aber Krickente und Löffelente vor der Linse erfreuten die Kids. Auf dem Rundgang fiel der Silberreiher schon von Weitem auf. Ganz nah beobachten konnten die jungen Vogelexperten eine Schar Erlenzeisige, natürlich in einer Erle, wo sie die Samen aus dem Zapfen pickten.

Kuchen und Tee waren danach sehr willkommen. Die leckere Portion Zucker half dann auch beim Ausfüllen des Rätsels. Mit den Fragen konnten die Kinder den Nachmittag reflektieren. Wichtiger als alle richtigen Antworten zu wissen, war aber die Namensfindung für die Jugendgruppe. Der Namensvorschlag war dann auch Bedingung, um an der Verlosung teilnehmen zu können. So kamen tolle Vorschläge zusammen und alle Kinder konnten sich am Ende ein Geschenk aussuchen. Das grosse Bestimmungsbuch war sofort weg. Auch der Feldstecher und der Vogelführer für unterwegs fanden schnell Abnehmerinnen. Mit strahlenden Augen, einen paar neuen Entdeckungen und dem Geschenk im Gepäck, verabschiedeten sich Teilnehmerinnen.


Jugendgruppe am Bach

Jugendgruppe am Bach

Bei tollem Sommerwetter besuchte die Jugendgruppe den Huebbach in Richenthal. Mit Stiefeln an den Füssen und ausgerüstet mit Sieb, Pinsel, Kessel & Co. wurden das Leben im Bach unter die (Becher-)Lupe genommen.

Nach der Begrüssung fragte die Jugendgruppenleiterin Nuria Gilli die Kids, welche Tiere sie sich erhoffen an diesem Vormittag zu entdecken. Genannt wurden Köcherfliegenlarve, Frosch, Bachflohkrebs, Salamander etc.

Bevor es auf die Suche nach den Tieren ging, stellte Markus Bieri die Wirbellosen vor, die hier im Bach leben könnten. In erster Linie galt es diverse Fliegenlarvenarten, Würmer, Käfer, Schnecken und Bachflohkrebse zu finden. Der Bachflohkrebs ist Tier des Jahres und somit auch Grund für diesen Besuch im Bach. Anhand der Artenvielfalt und dem Vorkommen von sensiblen Arten kann die Qualität des Wasser bestimmt werden. Dafür werden diverse Hilfsmittel benötigt.

Kessel, Schalen, Becherlupen, Pinsel, Siebe, Bestimmungshilfen und Auswertungsbogen.

Für die Suche nach den Tieren werden verschiedenen Techniken angewendet, je nach vorhandenem Substrat im Bach. Bevor man loslegen kann, muss also der Lebensraum beurteilt werden. Danach konnte Markus die Techniken vorzeigen und erste Testfänge durchführen. Diese Tiere konnten die Kinder nun in der Becherlupe kennenlernen.

Nach der Znünipause wurden die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt, jeweils in Begleitung einer Leitperson. Bepackt mit all den Hilfsmitteln ging‘s eifrig auf die Suche nach Bachflohkrebs & Co. Die Techniken wurden geübt und der Erfolg stellte sich schnell ein.

Zurück am Auswertungstisch konnten die gefundenen Tiere genau untersucht werden und es boten sich einige Überraschungen, wie etwa eine „riesige“ Eintagsfliegenart. Die Kids, wie die Leiter konnten sich sehr begeistern für die zum Teil vorher noch unbekannte Tierwelt unter Kies und Stein auf dem Bachgrund. Natürlich wurden die Tiere allesamt wieder zurückgebracht und an der Fundstelle freigelassen. Nach dem Probelauf versuchte die Jugendgruppe die Sache nun wissenschaftlich anzugehen. Dabei wird auf die Anzahlt angewandter Fangtechniken prozentual zum Substrattyp Wert gelegt.

Die Auswertung am Schluss ergab, auch wenn vielleicht nicht zu 100% korrekt ausgeführt, ein zu erwartenden Ergebnis für einen Mittelland-Bach im ländlichen Gebiet. Das Wasser ist hier mässig belastet. Die sensibelsten Tiere, die Steinfliegenlarven, kamen hier nicht vor. Die Anzahl der Eintagsfliegenlarven war aber erstaunlich hoch, ebenso gab es eine ansprechende Anzahl Köcherfliegenlarven, was dann wieder auf eine eher geringere Belastung hindeutet. Der Bachflohkrebs konnte zahlreiche gefangen werden. Der Bach bietet Futter für Bachforelle, Wasseramsel und Gebirgstelze, welche hier alle vorkommen.

Der Wunsch nach der Sichtung von Salamander und Frosch konnte im Anschluss noch erfüllt werden. Unweit des Huebbachs gibt’s einen Quelltopf wo jeweils Feuersalamander ihre Jungen zur Welt bringen. Leider konnte das Elterntier nur noch tot aufgefunden werden. Der getrübte Anblick, gab mit der Sichtung der Larven wieder Hoffnung. Gleichenorts, wie erhört, zeigten sich noch zwei junge Grasfösche. Diese Funde schlossen einen lehrreichen Vormittag ab.

Mehr Bilder unter Impressionen.

Nach der Sommerpause geht’s am 18. September weiter mit dem Clean-Up-Day. Hier kümmert sich die Jugendgruppe um die Sauberkeit im Dorf Reiden.
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Orchideenwanderung 6. Mai 2021

Die Freude war gross auf dem Orchideenweg

Am Sonntag, 6. Mai versammelten sich um 9 und 14 Uhr je 14 Personen bei der Weihermatte, um gemeinsam auf den Orchideenweg zu gehen. Das Wetter spielte mit und es blieb den ganzen Tag trocken. Unter kundiger Führung von Peter Blattner und Robert Feller, Experten des Vereins Arbeitsgemeinschaft einheimischer Orchideen (AGEO) erlebten die Naturfreunde eine äusserst interessante und lehrreiche Wanderung bis zur Pfadihütte hinauf. Es ist dem Initiator Beat Schwegler zu verdanken, dass sich dieser Orchideenweg zu einem festen Bestandteil im Jahresprogramm des neuen Vereins NaturReiden entwickelt hat.


An den verschiedenen Standorten, die mit den neuen Bildertafeln versehen sind, wurde immer wieder eine Pause eingelegt, die Orchideen bestaunt und Wissenswertes dazu erzählt. So erfuhr man zum Beispiel, dass die Fuchs‘ Fingerwurz wegen ihrer fingerförmigen Wurzeln und dem Entdecker mit Namen Fuchs so heisst, oder dass es Orchideen gibt, die ihren betörenden Duft nur in der Nacht verströmen, da ihre Bestäuber Nachtfalter sind.

Die Teilnehmenden erfreuten sich während der fast 3 Stunden dauernden Exkursion am weissen Breitkölbchen und dem Waldvögelein, die sich jetzt in schönster Blüte zeigen. Auch das lilafarbene Fuchs‘ Fingerkraut blüht schon und die vielen noch geschlossenen Blüten an diesem Plätzchen garantieren, dass diese Pracht wohl noch einige Zeit zu bestaunen sein wird. Manch eine Naturfreundin oder Naturfreund wird den Weg deshalb wohl nicht zum letzten Mal gegangen sein.
Die Tafeln bleiben noch einige Zeit stehen, sodass viele Interessierte, die an diesem Sonntag nicht dabei sein konnten, die Gelegenheit haben den Orchideenweg zu begehen.


Vögel beobachten, Vögel bestimmen – ornith. GK

Vögel beobachten, Vögel bestimmen – Frühjahr 2021

In Zusammenarbeit mit BirdLife Luzern führte NaturReiden einen Ornithologischen Grundkurs durch. Geplant war dieser von Januar bis Mai 2020. Wegen der Coronapandemie musste der Kurs unterbrochen und im Winter/Frühling dieses Jahres nachgeholt werden. Zwanzig Teilnehmer aus Reiden und der näheren Umgebung liessen sich von Kursleiter Dani Jutz aus Oberkirch über die Vogelwelt informieren.  Einige kannten zu Beginn des Kurses kaum mehr als Spatz und Buchfink, andere hatten mehr Kenntnisse. Sie wussten, wie eine Kolbenente ausschaut oder was typische Langstreckenzieher sind. Egal, wie unterschiedlich der Wissensstand der Teilnehmer war. Was sie einte, war die gemeinsame Faszination für die Vogelwelt und ein grosser Wissensdurst. Der ornithologische Grundkurs beinhaltete fünf Theorieteile und fünf Exkursionen. Bei Ausflügen an die Richenthaler Wälder, ins Buchser Moos oder an den Mauensee wurde das Gelernte in die Praxis angewendet.

Ausgerüstet mit Block und Feldstecher wurden die Vögel bestimmt und gleichzeitig erfuhr man vieles über deren Lebensräume, Nahrung oder Fortpflanzung. Warum der Kuckuck behaarte Raupen frisst, die Rabenkrähen überaus intelligent sind und der Mauersegler sogar in der Luft schläft:  All das und noch viel mehr erfuhren die Vögelfans in diesem Kurs. Der Kursleiter verstand es ausgezeichnet, seine Leidenschaft den Teilnehmenden weiter zu vermitteln. Interessant waren die Ausführungen, gewürzt mit persönlichen Erlebnissen. Am Ende des Kurses, wo ein jeder eine Kursbestätigung erhielt, herrschten gemischte Gefühle. Einerseits war es schade, dass der Kurs schon vorbei war. Andererseits gibt es Teilnehmer, die ihr Wissen erweitern wollen und sich für den Kurs als Feldornithologin oder Feldornithologe anmelden werden. Nicht überraschend, wenn man weiss, was deutsche Forscher jüngst wissenschaftlich belegten: Vögel machen glücklich. Je vielfältiger die Vogelwelt in einer Region, desto höher ist dort die Lebenszufriedenheit der Menschen. Ihnen ist sprichwörtlich vögeliwohl. (swe)


Jugendgruppe legt los

Jugendgruppe legt los – 8. Mai 2021

Der erste Anlass im Januar musste aus dem Jahresprogramm gestrichen werden wegen Corona. Die zweite geplante Veranstaltung wurde in den Oktober verschoben aus selbigem Grund. Aber aller guten Dinge sind drei und diesmal ermöglichten die gelockerten Massnahmen einen gelungenen Start bei Prachtswetter.

Früh am Morgen des 8. Mai empfing das Leiterteam die Teilnehmer in Uffikon zur „Stunde der Gartenvögel“. Insgesamt 13 Vogelbeobachter*innen folgten dem Ruf der Vögel und dem Dachverband BirdLife Schweiz, der die Bevölkerung animierte ein Stunde lang alle Vögel zu bestimmen und zu zählen. Mit viel Eifer und Entdeckergeist ging die Jugendgruppe auf die Pirsch. Die ersten Arten wie Ringeltaube, Turmfalke und Haussperlinge konnten schon vor dem Start ausgemacht werden. Die Allerweltsarten Amsel, Buchfink, Kohlmeise und Star liessen auch nicht lange auf sich warten.

Im Unterholz pickte ein Rotkehlchen, am Siedlungsrand zwitscherte es laut aus dem Gebüsch – ein Zaunkönig. Zwischendurch erfreuten sich die Kinder, wie auch die Erwachsenen, ein Eichhörnchen beobachten zu können. Über den Köpfen segelten Mäusebussarde und Rotmilane. Auf den Giebeln ertönte der Hausrotschwanz. Blau- und Sumpfmeise flogen hektisch von Ast zu Ast auf der Futtersuche und auf dem Schulhausareal wippte seelenruhig eine Bachstelze mit ihrem langen Schwanz. Auch die räuberischen Elstern waren früh unterwegs. Von weitem unschwer zu erkennen waren die Rabenkrähen.

Nicht entdeckt, aber gehört hat die Gruppe den Grünspecht vom weiter her und ganz nach die Mönchsgrasmücke. Rauchschwalbe, Feldsperling und der farbenprächtige Stieglitz komplettierten die Vogelschar. Insgesamt konnten 22 Vogelarten bei BirdLife Schweiz gemeldet werden.

Die Auswertung aller gezählten Vögel kann hier nachgeschlagen werden.

Dann war Pause angesagt. Alle kramten ihr Znüni aus dem Rucksack und wir konnten noch drei weitere Arten entdecken. Ein Zilzalp sang aus dem Wald, ein Buntspecht hackte auf einem Fichtenzweig herum und ein unscheinbarer und eher selten gesehener Baumpieper machte die Mini-Vogelsafari perfekt.

Nach dem Pausenbrot fassten die Kinder von der Jugendgruppenleiterin noch eine Aufgabe. Die lautet ganz einfach: Wie wollt ihr die Jugendgruppe taufen?

Da die Antwort darauf nicht ganz so einfach ist, können die Kids sich bis zum nächsten Anlass Gedanken machen und ihre Ideen auf einer mitgegebenen Postkarte an die Leitung einsenden.

Beim nächsten Anlass in Richenthal werden die Kinder – auch die, die dann das erste Mal dabei sein werden, aus den nominierten Vorschlägen den Namen erküren. Der/die Namensgeber*in erhält ein Geschenk!

Nach knapp drei Stunden war der erste Anlass der Jugendgruppe von NaturReiden und dem NAVO Dagmersellen ausgeklungen.

Am 12. Juni erforscht die Jugendgruppe die Wasserlebewesen im Bach. Das wird eine sehr spannende Exkursion zum Tier des Jahres!

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Zauneidechsen-Projekt Frühling 2021

Zauneidechsen-Projekt Frühling 2021

Im Rahmen des Zauneidechsen-Projekts wurde am Huebbach in Langnau auf gut 180 m Länge die Uferbestockung auf der rechten Bachseite aufgewertet. Dabei wurden vom Landwirt mehrere Ast- und Schnitzelhaufen erstellt aus dem angefallenen Geäst vom Ausholzen der Böschung.

Vorwiegend Weiden besiedelten das Bachufer. Diese hingen zum Teil so im Bachbett drin, das der Abfluss nicht optimal war und sich Schwemmgut hätte verfangen und stauen können.In der Osterwoche konnte NaturReiden in den entstandenen Lücken nach dem Holzen an acht Stellen einheimische Sträucher pflanzen und die Asthaufen noch weiter ergänzen.

Der angrenzende Waldrand konnte ebenfalls mit einheimischen Sträuchern aufgewertet werden. An fünf Stellen entstanden Buschgruppen mit bis 10 – 30 jungen Sträuchern.Insgesamt konnte NaturReiden 230 Sträucher, zusammengesetzt aus 20 Arten, pflanzen am Waldrand und Uferböschung. Knapp die Hälfte der Sträucher sind dornen- oder stacheltragend.

Am linken Huebbachufer wachsen Robinien, im Volksmund auch falsche oder Schein-Akazie genannt. Dieser invasive Neophyt – eine Leguminose, also ein Hülsenfrüchtler – breitet sich vorallem über Samen aus oder macht Wurzelausläufer. Ein Bachlauf begünstigt die Ausbreitung der Samen. Einfach nur die Bäume fällen, führt in diesem Fall nicht zum Ziel. Der mit den Erbsen verwandte Baum reagiert mit Stockausschlag. Robinien werden mit „Ringeln“ zum Absterben gebracht. Am Stammfuss werden, je nach Stammdurchmesser einer oder drei Ringe rausgeschnitten. Dabei wird die Borke mit Bast und Kambium entfernt. Das Splintholz, welches den Baum von unten nach oben mit Wasser versorgt, wird möglichst nicht verletzt. Der Nährstofftransport mit Stärke und Zucker von der Krone zu den Wurzeln wird durch die entnommenen Ringe unterbunden. Somit stirbt eine Robinie in ein bis vier Jahren ab. Natürlich kann diese Praxis aus Sicherheitsgründen nur an Stellen angewendet werden, die nicht direkt von Fussgängern oder Verkehr frequentiert werden.